Gedanken zur Jahreslosung 2021

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist“

Die diesjährige Jahreslosung (Lukas 6,36) enthält 2 starke Impulse: einen Anspruch an unser Leben und einen Zuspruch.

Naturgegeben bleiben viele Menschen bei der klaren Aufforderung der ersten beiden Worte. Das scheint ja auch die dringende Botschaft zu sein, in einer Welt, die immer herzloser und kälter zu werden droht.

Die Kraftquelle und das Fundament des Glaubens steht allerdings nach dem Komma.
Du hast einen Vater im Himmel. Wenn Gott als Vater bezeichnet wird, geht es nicht um Geschlechterrollen, sondern damit wird er einfach als der Ursprung unseres Lebens benannt. Er war vor dir da. Er hat dich ins Leben gerufen und er sorgt für dein Leben. Kein Mensch kommt aus eigener Kraft und aus eigenem Willen zur Welt. Und die Bibel lehrt uns, dass wir alle Gottes gewollte und geliebte Kinder sind. (Ps 139)

Väter können unbarmherzig sein. Dann wird Liebe und Zuwendung an Bedingungen geknüpft. Viele Menschen leiden darunter, dass sie meinen, man müsse sich Liebe verdienen.

Der Gott, der sich uns in der Bibel offenbart, ist anders. Er steht zu dir, egal was passiert. Das ist so ein roter Faden, der sich durch die gesamte Bibel zieht: Wir Menschen setzen die Verbindung zu Gott und auch die Beziehung zu unserem Nächsten immer wieder aufs Spiel. Gott aber setzt alles aufs Spiel, um die zerbrochenen Beziehungen wieder heil werden zu lassen. Dafür ist Jesus nicht nur als kleines Kind in diese Welt gekommen. Dafür nimmt Gott selbst alle Schuld der Welt am Kreuz auf sich. Er räumt das Trennende weg. Davon leben wir. Und damit leben. Denn genau das ist die Aufgabe, die uns die Jahreslosung stellt: Das Trennende beiseite zu räumen, Versöhnung zu suchen, Feindschaften zu überwinden.
Das alles steckt für mich auch in dem Bild: Barmherzigkeit ist das Haus in dem man geborgen sein kann. Die Mitte ist die lodernde Flamme der Liebe. Es ist das Kind in der Krippe, das zugleich das Brot des Lebens wird. So nah kommt uns die Barmherzigkeit Gottes.

Wenn wir diese Barmherzigkeit Gottes in unserem Herzen wohnen lassen, wird sie ein Same sein, der wächst und Frucht bringt. Mit etwas Phantasie kann man auch das in dem Bild entdecken.
Viel wichtiger ist aber, dass wir das in unserem Leben entdecken und festhalten. Weil unser himmlischer Vater barmherzig ist und weil seine Hand uns nie fallen lässt, können wir lernen mit uns selbst und mit den Menschen neben uns barmherzig umzugehen.
Dabei geht es nie um Perfektion. Sondern wir bleiben Lernende und brauchen immer wieder offene Augen und Ohren für Jesus, unseren Lehrer. Nicht umsonst steht dieser Bibelvers in der großen Lehrpredigt Jesu, der Bergpredigt.

Das wäre dann eine schöne Aufgabe für dieses Jahr 2021. Eine Aufgabe, die Lebensräume eröffnet. Für uns persönlich. Aber auch für unser Leben in Ehe, Familie, Gemeinde und in der Gesellschaft.
Ich finde, wir haben als Christen gute Gründe, hoffnungsvoll leben zu können.

Bildrechte: https://www.verlagambirnbach.de - Motiv von Stefanie Bahlinger, Mössingen